Chronik des Seniorenbeirates Heikendorf

                 Chronik des Seniorenbeirates Heikendorf 

                                            ab 1.März 1999

Mit Rückkehr des pensionierten Pastors Peter Lindemann von Norderstedt nach
Heikendorf im Jahre 1996 begannen erstmals Überlegungen, in Heikendorf einen
Seniorenbeirat zu gründen. Die zunehmend alternde Gesellschaft verfügte damals
noch nicht über angemessene Interessenvertretungen gegenüber Politik, Verwaltung
und anderen Organisationen, wie das heute der Fall ist. Die Generation der über
60 Jahre alten Menschen wurde erst richtig wahrgenommen, als es um Erhöhung
bzw. Kürzung von Renten, Gesundheitsvorsorge, Verlängerung oder Verkürzung der
Lebensarbeitszeit ging und die wundersame Erkenntnis von Handel und Industrie,
dass nicht nur die Jugend sondern auch die „Alten“ mit entsprechendem finanziellen
Background  eine neue lukrative Klientel in puncto Angebote für Freizeitgestaltung
und Lebensqualität werden konnten.

Am 1.März 1999 lud der damalige Bürgermeister Jändling  Heikendorfer Senioren
zur Gründung eines Seniorenbeirates ins Heikendorfer Rathaus ein. 16 über 60 Jahre
alte Senioren und  Seniorinnen waren bereit, einen Beirat zu bilden. Beiratssprecher
wurde Peter Lindemann. Statistische Zahlen aus dem Jahr 1997 ergaben, dass in
Heikendorf 2236 Senioren über 60 Jahre bei insgesamt 7929 Einwohnern lebten.

Im Jahr 2000 wurde der Seniorenbeirat durch Satzungsbeschluss der Gemeindevertretung
offiziell zu einem Beirat der Gemeinde Heikendorf bestimmt. Gründungsmitglieder waren
Ursula Amft, Willi Amft, Gisela Bringe, Helmut Fiebig,Anita Fries,Dietrich Höft,
Inge Hoffmeister, Dorothea Krüger, Peter Lindemann, Carla Odefey,Jürgen Rosenke ,
Peter Seemann, Erich Straisch, Ulrich Steingräber, Klaus Viebke, Ellen Zimmermann.
Der Vorstand bestand aus Peter Lindemann -1. Vorsitzender, Ulrich Steingräber
-2.Vorsitzender,Jürgen Rosenke – Schatzmeister, Inge Hoffmeister- Schriftführerin
und Dorothea Krüger – Beisitzerin.
Peter Lindemann wechselte in den Landesseniorenrat. Seine Idee, auf Kreisebene einen
Seniorenbeirat zu schaffen, fand 2001 im Kreistag keine Mehrheit.

Im Jahr 2003 übernahm Ulrich Steingräber den 1. Vorsitz, Ellen Zimmermann wurde
2. Vorsitzende. Im Jahr 2003 kam Heike Utecht als Beiratsmitglied hinzu und im Jahr
2006 Gerlinde Goos und auch Karl Kempe. Klaus Viebke schied auf eigenen Wunsch
vorzeitig  aus.
Der Beginn der Zusammenarbeit war zunächst etwas schwierig. Man fand sich aber
bald zurecht. Etablierte Heikendorfer Politiker und andere in der Seniorenarbeit Tätige
betrachteten die „Kukidentbande“ skeptisch und empfanden deren Engagement als
ein wenig störend und auch als Konkurrenz. Das gab sich jedoch in der Folgezeit. Das
Verständnis füreinander wuchs zunehmend.
Der Seniorenbeirat widmete sich zunächst einem ehrgeizigen Projekt, der Schaffung
und Herausgabe des sog. Seniorenpasses, ein Gutscheinheft für eine kostenbefreite
oder kostengünstige Nutzung von Angeboten für Freizeit und Ähnliches für Senioren.
Der „Pass“ wurde in einer Auflage von 200 Stück zu einem Preis von jeweils 20 €
angeboten. Die Resonanz war positiv. Bei Inanspruchnahme aller Vergünstigungen
konnte man Leistungen in einem Gegenwert von ca. 160 € erhalten. Allein der Preis
für 8 Tickets zur Nutzung der Laboer Schwimmhalle oder der Schwimmhalle in Preetz
oder der Badeanstalt in Heikendorf überstieg bereits den Einstandspreis des „Passes“.
Bei den vom Seniorenbeirat organisierten Reisen sollten zunächst nur Passinhaber
mitfahren dürfen. Senioren ohne Pass wurden später gegen einen geringen Preisaufschlag
mitgenommen. Die Fahrten wurden in erster Linie von Ulli Steingräber und Doro Krüger
geplant und durchgeführt, wie auch die jährliche Theaterfahrt zur Freilichtbühne nach
Eutin.
Erfolgreich abgeschlossene Initiativen dieses Seniorenbeirates waren:
Die Aufstellung von Ruhebänken in Heikendorf und Möltenort, gesponsert vom Handels-
und Gewerbe Verein(HGV); Schaffung von Treppenzugängen an dem Strand vor dem
„Haus am Meer“ und dem „Schröderstrand“; Bau einer Umgehung der von Senioren
und Behinderten nicht nutzbaren Fußgängerbrücke im Bereich Munitionsdepot
Laboe/Fördewanderweg nach10-jährigem hartnäckigen Ringen; Aufstellung eines
Toilettencontainers auf dem Friedhof; eine neuartige Bestattungsmöglichkeit von
Urnen in Stelenfeldern; Einführung von Sprechstunden des Seniorenbeirates; Erhalt
der Sozialstation für die Gemeinde Heikendorf; regelmäßige Kontakte zum damals noch
existenten Alten-und Pflegeheim der Kieler Stadtmission am Langer Rehm; Schaffung
von Wohnraum für betreutes Wohnen; Absenkung von Bordsteinen an Straßenüber
gängen. Der gewünschte Bau einer Trauerhalle und der Bau einer Verbindung von der
Kitzeberger Huk bis zum Kiekut  konnten  nicht realisiert werden ; eine dauerhafte
Strandbuslinie und die Idee für ein Time-sharing für Senioren fanden nicht genügend
Resonanz in der Bevölkerung.

Im Juni 2013 wurde ein neuer Seniorenbeirat für eine Sitzungsperiode von 3 Jahren
(früher 5 Jahre) gewählt. Diese Veränderung war der Erkenntnis geschuldet, dass die
Nachwuchswerbung für künftige Seniorenbeiräte zunehmend schwieriger wurde.
Insbesondere die Besetzung des Vorsitzenden im Vorstand bereitete Kopfzerbrechen.
Aus dem alten Seniorenbeirat stellten sich Doro Krüger, Heike Utecht, Gerlinde Goos
und Karl Kempe einer Wiederwahl. Der Seniorenbeirat setzte sich ab dann wie folgt
zusammen:
Karla Franke – 1. Vorsitzende; Monika Richter- 2. Vorsitzende (bis Januar 2016, danach
Dieter Lütkenhorst  bis 2.Juni 2016); Ebba Müller- Schriftführerin; Gerlind  Jahnke-
Kassenwartin, Karl Kempe- Beisitzer sowie Ingrid Schlenz; Heike Utecht; Gerlinde Goos;
Dieter Lütkenhorst; Klaus Sydow;  Doro Krüger; Jürgen Weisbrod; Karl-Heinz  Gloger,
der durch Nichterscheinen freiwillig ausschied.
Auch dieser Seniorenbeirat musste zunächst eine gemeinsame Basis für die künftige
Arbeit finden. Als Erstes wurde eine Geschäftsordnung mit einer groben Aufgabenverteilung
erlassen. Dann folgte die Einrichtung eines Internetportals für eine bessere Präsenz in
der Öffentlichkeit unter www.senioren-heikendorf.de.
Der Seniorenbeirat tagte jeden 1. Dienstag im Monat in öffentlicher Sitzung und hielt
jeden 1. Donnerstag im Monat eine Sprechstunde  ab, die in erster Linie der Buchung von
Reisen und dem Verkauf des Seniorenpasses dienten. An den Beiratssitzungen nahm
regelmäßig Bürgermeister Orth teil wie auch Viele seiner Vorgänger.
Ingrid Schlenz übernahm die Planung und Durchführung von Seniorenreisen von Doro
Krüger, Dieter Lütkenhorst kümmerte sich  erfolgreich um die Gestaltung der Inhalte
des Seniorenpasses und dessen Verkauf, so dass die Auflage auf 300 Exemplare trotz einer
altersbedingten Fluktuation der Abnehmer erhöht werden konnte. Die Einnahmen aus dem
Verkauf des Seniorenpasses deckten nunmehr sowohl die Gestehungskosten wie auch die
Ausgaben für die in Anspruch genommenen Vergünstigungen. Der Gemeindehaushalt brauchte
keine Zuschüsse zu gewähren.
Mit der frühzeitigen Bekanntgabe des Fahrtenprogramms im Dezember für das nächste
Jahr wurde mehr Planungssicherheit für die Buchungen der Fahrtenteilnehmer geschaffen.
Außerdem entkoppelte man Passinhaber und Reiseteilnehmer, so dass alle über 60-Jährigen
an den Fahrten teilnehmen konnten und der Preisaufschlag entfiel.
Vier Vorträge zu seniorenrelevanten Themen pro Jahr wurden angeboten. Die Referenten
haben dankenswerter Weise auf ein Honorar verzichtet.
Der Seniorenbeirat vermittelte auf Anfrage in mehreren Fällen Haushaltshilfen an
Senioren und unterstützte berechtigte Eingaben an die Verwaltung.
Eine Verkehrsampel im Ortszentrum konnte in der Zwischenzeitmit mit einer akustischen
Signalanlage, insbesondere gedacht für Sehbehinderte, ausgerüstet werden.
Ein Hauptthema beschäftigte den Seniorenbeirat die gesamte Sitzungsperiode über,
nämlich die Suche nach geeigneten Investoren für die Wiedereinrichtung bzw. den Bau
eines Alten-und Pflegeheims, das in einer Nacht-und Nebelaktion von der Kieler
Stadtmission   bzw. den Alsterdorfer Anstalten im Juni 2013 aufgegeben worden ist.
Eine Arbeitsgruppe des Seniorenbeirats unterbreitete der Gemeindevertretung
Vorschläge, wie man auf dem Gelände betreuten Wohnraum schaffen könnte. Leider
konnte das Projekt noch nicht abgeschlossen werden, weil mehrere Interessenten aus
den unterschiedlichsten Gründen das Handtuch geworfen hatten. Ein Licht im Tunnel
zeichnet sich ab; bedauerlich ist jedoch die unnötige Zeitverzögerung.
Mit der Schließung des Alten- und Pflegeheims verloren die Senioren  einen Anlaufpunkt.
Aus diesem Grunde schuf der Seniorenbeirat in Zusammenwirken mit dem DRK und mit
finanzieller Unterstützung des HGV einen Shuttle-Bus Verkehr zur Ortsmitte und zum
Strand für Bewohner der betreuten Wohnanlagen am Rügendamm  und am Langer Rehm.
Das Angebot wurde und wird gut angenommen. Die Fahrt zum  Strand begleiten  jeweils 2
Seniorenbeiratsmitglieder unterstützend .
Zusammen mit der früheren Redakteurin des“ Probsteers“,  Gabi Blomberg, entwickelte
der Seniorenbeirat eine Broschüre „Für uns – Senioren in Heikendorf“ mit vielfältigen
Themen zur Information und Unterhaltung der Senioren, in einer Auflage von 3000 Stück.
Zwei Ausgaben sind bisher erschienen und weitere sollen wegen der großen Nachfrage folgen.
Die Broschüre wird kostenlos an Heikendorfer Senioren und Seniorinnen verteilt. Auch das
Amtsarchiv hat auf Anforderung ein Belegexemplar erhalten.
Projekte wie der barrierefreie Zugang zu den Fördeschiffen am Möltenorter Hafen, der
Bau einer Toilette  im Ortszentrum Heikendorfs barrierefrei und  behindertengerecht
sowie entsprechende Kundentoiletten bei Erweiterungsbauten von Supermärkten,
wurden auf den Weg gebracht. Die Umsetzung steht noch aus.
Die Diskussion um das Weiterbestehen der Meerwasserschwimmhalle in Laboe veranlasste
den Seniorenbeirat aus ureigenstem Interesse, Eingaben für den Erhalt der
Schwimmhalle an die Bürgermeisterin von Laboe zu richten. Leider blieben diese
unbeantwortet.
Die Gemeinde Heikendorf hat auf Anregung des Seniorenbeirates die Mitgliedschaft im
überbezirklich wirkenden Seniorenrat e.V. gekündigt, weil dessen Zielsetzung für die
Arbeit in der Kommune wenig hilfreich erschien. Ebenso hat sich der Seniorenbeirat dem
Streben einiger Seniorenbeiräte aus Umlandgemeinden nicht angeschlossen, einen
Kreisseniorenbeirat zu bilden, da die Probleme in den Gemeinden zu vielfältig und auch
unterschiedlich sind. Im übrigen haben Mitglieder des Seniorenbeirates an Veranstal-
tungen überörtlicher Gremien teilgenommen.

Am 2. Juni 2016 fand eine Neuwahl des Seniorenbeirates für weitere 3 Jahre statt.
Ausgeschieden sind die Mitglieder Gerlinde Goos, Dorothea Krüger und Monika Richter.
Mit Doro Krüger hat das letzte Gründungsmitglied den Seniorenbeirat verlassen.
Wiedergewählt wurden Karla Franke als 1. Vorsitzende, Karl Kempe jetzt 2. Vorsitzender,
Ebba Müller als Schriftführerin, Gerlind Jahnke als Kassenwartin und neu im Vorstand
Ingrid Schlenz als Beisitzerin. Ferner gehören dem Seniorenbeirat an Heike Utecht,
Dieter Lütkenhorst, Klaus Sydow, Jürgen Weisbrod und Gisela Arp und Joachim Pucknus.
Erste Maßnahme dieses  Seniorenbeirates war, eine Chronik zu beginnen.
Der  Seniorenbeirat führte die geplanten Seniorenfahrten fort. Die Fahrt zu den
Eutiner Festspielen musste für die Zukunft aus organisatorischen  und finanziellen
Gründen abgesetzt werden.
Der Seniorenbeirat wurde seitens der Gemeinde in die Überplanung des Ortszentrums
Heikendorf einbezogen und hat hierzu eine Stellungnahme abgegeben. Für die
Umgestaltung  des Fördewanderweges wurde beantragt, zwischen den geplanten Sitzbänken
hinreichenden Abstand zu wahren, damit Rollatorbenutzer oder E- Scooterfahrer neben der
Bank Platz finden können.
Ebenso setzte man sich beim Kreis Plön in Zusammenhang mit der Planung eines
Amtsbusses Schrevenborn für die Einbindung des Möltenorter Hafens in das
Verkehrskonzept ein; obwohl zunächst das Konzept des Busunternehmens „Vineta“
favorisiert worden war. Differenzen im Kreistag hatten eine Stellungnahme erforderlich
gemacht. Der Kreis Plön befürwortete mittlerweile einen Probebetrieb der VKP.
Leider war festzustellen, dass der Bau eines Pflegeheimes im Jahr 2016 immer noch
nicht begonnen wurde. Ein Gespräch der 1. Vorsitzenden mit dem Geschäftsführer der
Fa.Ostsee-Immobilien ergab, dass mit den ersten Baumaßnahmen (Abriss der alten Gebäude)
in den Wintermonaten im Jahr 2017 begonnen werden soll.
Die 3.Ausgabe der Broschüre „Für uns-Senioren in Heikendorf“ konnte im Dezember 2016
herausgegeben werden. Die überwältigenden positiven Rückmeldungen an die Redaktion
zeigten, dass mit der Broschüre ein richtiger Weg eingeschlagen worden ist, Senioren
und Seniorinnen und auch jüngere Heikendorfer auf diese Weise zu erreichen.
Die Weihnachtsfeier des Seniorenbeirates 2016 war wie auch in den letzten Jahren mit
100 Personen wieder gut besucht. Der von der 1. Vorsitzenden engagierte Frauenchor
„Querbeet“ aus Oppendorf heizte die Stimmung an, so dass Kuchen und Punsch in der
Pause gut schmeckten. Zahlreiche Besucher bedankten sich am Ende für eine von ihnen
als besonderes entspannend empfundene Unterhaltung und einen gelungenen Nachmittag.
Am 31.12.2016 schied Karl Kempe auf eigenen Wunsch aus dem Seniorenbeirat aus.
Der vakante Vertreterposten wurde in der Januarsitzung 2017 einstimmig mit
Klaus Sydow besetzt. Joachim Pucknus rückte aus der Reserveliste zum
stimmberechtigten  Mitglied auf.
Anfang Februar 2017 tat sich endlich etwas auf dem Gelände des Alten-und Pflegeheims.
Es wurde mit einem Bauzaun umgeben und am 6.02.2017 begannen die lang erwarteten
Abrissarbeiten der alten Gebäude. So war die jahrelange Diskussion um den Bau eines
neuen Pflegeheims bzw. einer Pflegeeinrichtung am Langer Rehm noch zu einem
guten Abschluss geführt worden.
Am 31.März 2017 schied Heike Utecht nach 14-jähriger Zugehörigkeit auf eigenen Wunsch
aus dem Seniorenbeirat aus. Gisela Arp rückte am 1.April 2017 zum stimmberechtigten
Mitglied auf. Heike Utecht und Karl Kempe wurden am 5.April 2017 offiziell von der
Gemeindevertretung der Gemeinde Heikendorf verabschiedet.
Karla Franke 1. Vorsitzende

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