Vortrag am 16.05.: Vollmachten, Patientenverfügung

Der Ratssaal des Rathauses in Heikendorf füllte sich um 15 Uhr bis
auf den letzten Platz. Ca.100 Zuhörer folgten aufmerksam den
Ausführungen der Referenten Dr. med. Hartmann und Dr. jur.Litwinski
zu den Themen Patientenverfügung und Vollmachten. Beide Referenten
machten deutlich, dass es nur wenig Zeit benötige, die vorbereiteten
Vordrucke auszufüllen. Es bedürfe aber vorher eines längeren Nachdenkens,
wie man für Fall des beginnenden Sterbeprozesses oder wenn man aus anderen
Gründen nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern, den Ärzten
zweifelsfrei sagt, mit welchen genau auf den Einzelfall abgestimmten medizinischen
Eingriffen man einverstanden ist oder nicht. Tritt ein solcher Fall ein,
sind weder der Ehepartner noch die Kinder berechtigt, ohne entsprechende
Ermächtigungen für Sie Entscheidungen zu treffen.
Unterstützt wird die Patientenverfügung durch eine Vorsorgevollmacht
oder eine Betreuungsvollmacht. Damit kann man die Bestellung eines
amtlichen Betreuers vermeiden.
Der Bevollmächtigte prüft im Einzelfall, ob die Festlegungen auf die
aktuelle Lebens-und Behandlungssituation noch zutreffen, oder ob er im
Zweifelsfall Entscheidungen entsprechend dem Willen des Vollmachtgebers
zu treffen hat. Um Letzteres möglichst auszuschließen, sollte die
Patientenverfügung den genauen Willen des Vollmachtgebers wiedergeben
und mindestens alle 2 Jahre durch Datum und Unterschrift zur Erhaltung
ihrer Verbindlichkeit (Beweis der Geschäftsfähigkeit) bestätigt werden.
Die Ärzte und die Bevollmächtigten sind an diese Willensäußerungen gebunden.
Die Patientenverfügung ist wie die Vorsorgevollmacht jederzeit widerrufbar.
Eine Generalvollmacht kann man der Person seines Vertrauens vor Eintritt
einer lebensbedrohlichen Situation erteilen, wenn dieser sofort die Möglichkeit
gegeben werden soll, Regelungen im Sinne des Vollmachtgebers zu treffen, etwa
den Aufenthalt zu bestimmen u.s.w..
Die Referenten beantworteten im Anschluss an die Vorträge noch viele
Fragen der Zuhörer.

Franke 1.Vorsitzende

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