Spez. Infos für Senioren

Die Beiträge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit , es sei denn, dass sie als solche gekennzeichnet sind. Sie sind keine Rechtsberatung und ersetzen diese im Zweifelsfall auch nicht. Sie sollen ihnen einen Überblick geben, welche Möglichkeiten ihnen in den unterschiedlichsten Lebenslagen zur Verfügung stehen, in welchen Bereichen der Seniorenbeirat tätig geworden ist und welche Planungen bestehen.

Wir bemühen uns, so aktuell wie möglich zu sein.

ThemaWie bewältige ich schwierige Lebenssituationen und welche Hilfe kann ich in Anspruch nehmen?

Wenn man Statistiken folgt, ist die Dunkelziffer derjenigen, die Anspruch auf Sozialhilfe-leistungen hätten und diese aus vielen Gründen nicht geltend machen, erheblich. Beachten sie bitte, dass die Sozialhilfe der unterschiedlichsten Leistungsbereiche keinen Almosen gewährt ! Bei Vorliegen der Leistungsvoraussetzungen haben sie einen Rechtsanspruch auf Leistung, den sie auch geltend machen sollten. Falsche Scham ist nicht angebracht! Denn, wer nicht aus eigenen Kräften oder nicht mit Unterstützung Anderer seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, hat ein Recht auf Hilfe ! Man wird damit kein Mensch 2. Klasse.

Grundsicherung

Rentner mit einer niedrigen Rente, die ihr Existenzminimum nicht deckt, können mit der Grundsicherung eine finanzielle Hilfe erhalten. Voraussetzung ist, dass eine Hilfsbedürftigkeit des Hilfesuchenden vorliegt. D.h., dass keine andere Möglichkeit besteht, sich selbst helfen zu können. Hilfebedürftigkeit besteht, wenn jemand kein ausreichendes Einkommen, kein ausreichendes Vermögen, keine Unterhaltansprüche gegen Kinder oder Andere hat. ( Hier ist anzumerken, dass Unterhaltsansprüche gegen Kinder unberücksichtigt bleiben, wenn deren jährliches Gesamteinkommen unter einem Betrag von 100 000 € liegt ).

Sollte einsetzbares Vermögen vorhanden sein, wird für über 60 – Jährige ein„ Schonbetrag „von 2 600 € jährlich berücksichtigt, damit dem Leistungsberechtigten ein wirtschaftlicher Bewegungsspielraum erhalten bleibt und es nicht zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der vorhandenen Lebensgrundlage führt. Leistungen der Grundsicherung umfassen insbesondere Hilfen zum notwendigen Lebensunterhalt einschließlich angemessener Aufwendungen für Unterkunft und Heizung. Die Leistungen zur Grundsicherung können auch Heimbewohnern in einer stationären Eirichtung gewährt werden.

Anspruchsberechtigt sind

  • Personen, die vor dem 1.Januar 1947 geboren worden sind bei Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren
  • Personen, die nach dem 31.Dezember 1946 geboren worden sind, bei Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren + x-Monate
  • Personen der Jahrgänge 1947 bis 1967 unterliegen einer Stufenregelung

Das Sozialamt der Gemeinde, an das der Antrag auf Leistungsbewilligung zu richten ist, berät über Einzelheiten.

Dem Antrag sind Unterlagen wie Personalausweis, Rentenbescheid, Unterhaltszahlungen, Gehaltsnachweis beizufügen.

Da die Leistungen mit der Antragstellung beginnen, ist eine rechtzeitige Beantragung zweckmäßig. Die Leistungen werden in der Regel für 12 Monate bewilligt und unterliegen einer Überprüfung. Ändern sich die Bewilligungsvoraussetzungen im Bewilligungszeitraum zu ihren Lasten, die Anspruch auf eine erhöhte Leistung begünden, sind diese dem Sozialamt der Gemeinde – Dorfplatz , 24226 Heikendorf mitzuteilen. Und zwar schnell, weil die erhöhte Leistung frühestens vom Ersten des Monats ab Eingang der Änderungsmitteilung beim Sozialamt gewährt wird.

Hilfe zum Lebensunterhalt

Nicht zu verwechseln ist die Hilfe zum Lebensunterhalt mit der Grundsicherung. Hilfe zum Lebensunterhalt steht Bedürftigen zu, die keinen Anspruch auf Grundsicherung im Alter und Sozialgeld (bei Restleistungsvermögen bzgl. Erwerbsfähigkeit weniger als 3 Std.
täglich) haben.

Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt werden Vorsorgeleistungen wie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge berücksichtigt ( was bei der Grundsicherung nicht der Fall ist). Die Leistungen betreffen die Grundbedürfnisse des tägliche Lebens. Es werden Regelsätze für Ernährung und Bedürfnisse des täglichen Lebens angewendet. Kosten für angemessene Unterkunft und Heizung werden vom Regelsatz nicht erfasst. Auch Mehrbedarf aus Altersgründen und bei Schwerbehinderung mit Einschränkungen des Gehvermögens oder bei kostenaufwendiger Ernährung nach ärztlicher Verordnung kann anerkannt werden. Das Sozialamt der Gemeinde gibt hierüber nähere Auskunft.

Hilfe zur Gesundheit

Es werden u.a. vorbeugende Gesundheitshilfe ( Vorsorgeleistungen), Hilfe bei Krankheit ( Krankenbehandlung, Linderung von Krankheitsbeschwerden) gewährt. Alle nicht krankenversicherten Sozialhilfeempfänger sind grundsätzlich den gesetzlich Krankenversicherten gleichgestellt. Sie werden im Rahmen der Belastungsgrenzen zu Zuzahlungen herangezogen. Anträge sind an die Kreisverwaltung Plön – Allgemeine soziale Angelegenheiten in Hilfe und Pflege – Hamburger Str.17/18 24306 Plön Tel. 04522 743-0 zu richten. Das Sozialamt erteilt auch entsprechende Auskünfte.

Hilfe zur Pflege

Wer keine oder keine ausreichende Leistungen seiner Pflegekasse erhält und nicht über ausreichendes Einkommen und Vermögen verfügt, kann Leistungen zur Pflege

  • Zu Hause
  • In der Kurzzeitpflege
  • In der teilstationären Pflege
  • In der vollstationären Pflege
  • Zu Hilfsmitteln

erhalten, wenn z.B. Pflegekasse, Krankenkasse, Rentenversicherungsträger, Arbeitsagentur, Unfallversicherungsträger keine Leistungen erbringen. Pflegebedürftig sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Erkrankung oder Behinderung für die gewöhnlichen und wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens der Hilfe bedürfen.

Es ist ein Antrag bei der Kreisverwaltung Plön -Anschrift wie unter Pkt.3 –zustellen. Als Unterlagen sind Belege über sämtliche Eikommens-und Vermögensverhältnisse und der Nachweis über die Pflegebedürftigkeit (ggfs. Ärztliches Gutachten) beizufügen. Weitere Informationen erhalten sie auch beim Sozialamt der Gemeinde.

Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten

Anspruch auf diese Hilfe hat jeder, der in besonders schwierige Lebensverhältnisse geraten ist wie z.B. Obdachlosigkeit oder keine gesicherte Existenz.

Die Hilfe umfasst Beratung und persönliche Betreuung des Hilfesuchenden und für seine Angehörigen. Möglich ist Hilfe

  • Bei der Beschaffung einer Wohnung
  • Zur Bewältigung des Alltagslebens
  • Maßnahmen zur Beschaffung eines Arbeitsplatzes

Antrag ist zu stellen bei der Kreisverwaltung Plön – Anschrift wie unter Pkt.3

Weitere Informationen erteilt auch das Sozialamt der Gemeinde.

Haushaltshilfe

Bei Krankheiten, Behinderungen oder Pflegebedürftigkeit können bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die Kosten für eine Hauswirtschaftshilfe übernommen werden.

Antrag ist zu richten an die Kreisverwaltung Plön – Anschrift wie unter Pkt.3. Das Sozialamt der Gemeinde informiert ebenfalls.

Altenhilfe

Die Sozialverwaltung kann bei der Beschaffung einer Wohnung, die den Bedürfnissen eines alten Menschen entspricht, sowie bei der Beschaffung eines

Heimplatzes behilflich sein.

Antrag ist zu richten an die Kreisverwaltung Plön Abteilung Hilfe für Menschen mit Behinderungen – Anschrift wie unter Pkt.3. Das Sozialamt der Gemeinde informiert ebenfalls.

Häusliche Krankenpflege

Häusliche Krankenpflege kann bei vorübergehender Krankheit oder Behinderung oder wegen dauernder Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung sowie einer Behandlungspflege bis zu 4 Wochen je Krankheitsfall , in Ausnahmefällen länger, bewilligt werden und zwar als Sachleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
An diese sind die Anträge zu richten z.B. AOK oder andere

Leistungen der häuslichen Pflege

erbringt grundsätzlich die Pflegeversicherung. Voraussetzungen sind

  • Pflegebedürftigkeit für mindestens 6 Monate
  • Versorgung in der eigenen Wohnung außerhalb teilstationärer

oder vollstationärer Einrichtungen ( Heime). Werden die Kosten nicht von der Pflegeversicherung oder aus eigenem Einkommen oder Vermögen gedeckt, kann ein Anspruch auf Hilfe zur Pflege als Leistung der Sozialhilfe entstehen. Antrag ist zu richten an die Kreisverwaltung Plön Abteilung Allgemeine soziale Angelegenheiten und Hilfe zur Pflege – Anschrift wie zu Pkt. 3

Unentgeltliche Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs

Eine Freifahrtberechtigung erhalten schwerbehinderte Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt oder hilflos sind sowie Blinde und Gehörlose. Beim Landesamt für soziale Dienste Gartenstr.7 24103 Kiel muss ein mit einer Wertmarke versehenes Beiblatt erworben werden.

Folgende Unterlagen sind vorzulegen : Leistungsnachweis Sicherung des Lebensunterhalts nach Sozialgesetzbuch (SGB) II, VIII oder XII oder nach

  • §§ 27a/27d Bundesversorgungsgesetz (BVG).

Gebühren in Höhe von 60 €/ pro Jahr fallen bei denjenigen mit Ausweismerkzeichen „ G „ oder „ aG „ und bei Gehörlosen an. Alle Anderen erhalten die Wertmarke kostenlos.

Frauenhäuser

In Schleswig-Holstein gibt es 16 Frauenhäuser. Sie gewähren Frauen und ihren Kindern , die von häuslicher Gewalt betroffen sind, Schutz und Hilfe. Aus Sicherheitsgründen werden die Anschriften nicht öffentlich bekannt gemacht. Kontakt kann über das Sozialamt der Gemeinde, den Seniorenbeirat und über das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Familie hergestellt werden. Hilfesuchende erfahren auch bei uns, welche Unterlagen und sonstige nützliche Gegenstände für die Aufnahme im Frauenhaus erforderlich sind.

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