Stellungnahme des Seniorenbeirates „betreutes Wohnen“/Pflegeheim

Stellungnahme zum betreuten Wohnen/Pflegeheim

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Aufgrund der bisher vorliegenden Informationen und der Ergebnisse der eigenen Recherchen unterstützt der Seniorenbeirat die Projekte „betreutes Wohnen am Langen Rehm“ und Pflegeheim Ecke Tobringer/Laboer Weg.

Der Seniorenbeirat hält es für erforderlich, dass beide Einrichtungen in Heikendorf gebaut werden!

Begründung:
Die Altersstruktur der Bevölkerung in Heikendorf wird sich entsprechend der Vorausberechnung des statistischen Bundesamtes für das Bundesgebiet bis 2030 zu Lasten der Erwerbsbeschäftigten um 27% verändern. D.h., dass der Anteil der Einwohner auch hier im Alter von 65 Jahren ansteigen wird. Mit dem Erreichen der Altersgrenze ergeben sich für diesen Personenkreis unterschiedliche Bedürfnisse für die Gestaltung des weiteren Lebensweges, insbesondere gewinnt  für viele das Thema des selbstbestimmten Wohnens im Alter zunehmend an Bedeutung. Die einen benötigen nicht mehr so viel  Wohnfläche, die der bisherigen Familiensituation angepasst war. Erfahrungsgemäß bleiben mehr Frauen nach Versterben ihres Ehepartners allein zurück. Man möchte sich „verkleinern“ , aber grundsätzlich das gewohnte soziale Umfeld nicht verlassen müssen. Andere werden pflegebedürftig, verlieren deshalb die sozialen Kontakte. Der Anteil der Pflegebedürftigkeit bei der Altersgruppe zwischen 70 ,80 und höher ist jetzt schon groß und wird wegen der demografischen Entwicklung noch zunehmen. Besonders die „Hochaltrigen“ also die über 90-Jährigen müssen damit rechnen, dement zu werden und eine entsprechende Versorgung erhalten. Nicht zu vernachlässigen ist, dass aufgrund des die Kliniken verpflichtende Entlassmangement  für betroffene Heikendorfer Einwohner im Anschluss an den Klinikaufenthalt Möglichkeiten bestehen sollten, vorübergehend oder  dauerhaft in einer dafür geeigneten Einrichtung weitergepflegt werden zu können.
In Heikendorf sollte es künftig neben den herkömmlichen Wohnungen

  1. Altenwohnungen geben, die einen baulichen Standard aufweisen, der den besonderen Erfordernissen für die ältere Generation angepasst ist oder werden kann.
  2. Wohnungen mit einem quartiersbezogenen Hintergrund, im weitesten Sinne „betreutes Wohnen„ mit Versorgungssicherheit ( Dauermietvertrag, keine Versorgungspauschale, barrierefreie Wohnungen, Gemeinschaftsraum, Pantry u.a.) Serviceleistungen eines Pflegestützpunktes über einen mit einem Dienstleister abzuschließenden gesonderten Vertrag, dessen Leistungen auf den Bedarf ausgerichtet angenommen werden können oder ggf. auch nicht
  3. Pflegeheim mit Demenzplätzen

Das von der Fa. Semmelhaack als Investor nunmehr verbesserte Angebot (Einzelheiten sind bekannt) scheint eine gute Basis für die Schaffung von betreutem Wohnen auf dem Gelände des ehemaligen Alten- und Pflegeheims  zu sein, zumal da es den Anforderungen zu b) und somit den Erwartungen des Seniorenbeirates entspricht  bzw. diese insoweit übertrifft, als  ein  kleiner Bereich für Bewohner mit dementieller Erkrankung ( offenbar leichte Fälle ) vorgesehen werden soll.

Gleichermaßen überzeugt ein Projekt, dass 2 Bewerber als potentielle Betreiber eines Pflegeheimes vorgestellt haben. Der Standort für das Pflegeheim entspricht den Anforderungen. Eine zentrumsnahe Lage erscheint im Gegensatz zum „betreuten Wohnen“ nicht erforderlich, weil die Pflegeheimbewohner erfahrungsgemäß das Haus nicht mehr verlassen. Zwei Bushaltestellen in unmittelbarer Nähe ermöglichen jedoch einen bequemen Zugang für Familienangehörige und Besucher. Der Standort hat im übrigen den weiteren Vorteil, dass die Bewohner der Seniorenresidenz am Rügendamm Leistungen des Pflegeheims ggf. nutzen könnten.
Hinzu kommt, dass mit der nötigen Planung für ein solches Bauvorhaben zeitnah begonnen werden könnte.
Der Seniorenbeirat empfiehlt, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten.

Mit freundlichen Grüßen

Karla Franke
1. Vorsitzende des Seniorenbeirates
www.senioren-heikendorf.de

Anmerkung:

Die optimistische Planung, in absehbarer Zeit die o.a. neuen Einrichtungen für Senioren in Heikendorf erstellen zu können, hat sich bedauerlicherweise als nicht umsetzbar erwiesen, weil die genannten  Investoren aus den unterschiedlichsten Gründen „abgesprungen“ sind. Auf Nachfrage des Seniorenbeirates teilte die Fa.  Semmmelhaack mit, dass für  sie eine nicht bestehende Planungssicherheit durch die Gemeindevertretung maßgebend gewesen sei. Diese recht späte Erkenntnis führt nun leider dazu, dass Zeit vergeudet worden ist und die Suche von Investoren  von neuem beginnt.

Franke  1. Vorsitzende

 

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